Trassenbegehung im Osten Weidens fordert Oberbürgermeister heraus

Da hat der Oberbürgermeister endlich mal eine Reaktion gezeigt auf die Aufklärung der Weidener Ost-Bürger durch die BI. Man hört ja sonst nichts zu den Trassen. Aber wie sieht die Reaktion aus? Er hat lieber Cholera als Pest, wenn er die HGÜ-Leitung in den Weidener Westen verlegen will. Durch das Natura2000- Gebiet im Manteler Forst, das höchste Priorität der europ. Naturschutzbehörden genießt – egal. Gerade mit diesen Aussagen treibt er einen Keil in die Bevölkerung und teilt sie in Ost und West. Aufklärung ist sowieso nicht unbedingt die Stärke der Stadtverwaltung, wenn es um Stromtrassen geht. Man legt einfach ein Planfeststellungsverfahren zum Ostbayernring ohne weitere Erklärung zweimal aus, weil man die Einwendungsfrist falsch veröffentlichte. Geht’s noch? Das ist ein Verwaltungsakt mit Bürgerrechten, der genauen Regularien folgen muss. Lügen muss man nebenbei auch noch, wenn man behauptet, es hätte niemand die Unterlagen angeschaut. Der Sprecher der BI war nachweislich vor Ort. Überhaupt hat sich der OB kein bisschen mit der Gleichstromleitung auseinandergesetzt. Er müsste wissen, dass wir von dieser Leitung nicht abhängig sind, denn die geht Non-Stopp von Sachsen-Anhalt nach Landshut ohne Abzweigung und wird auch nicht die großen Weidener Firmen bedienen. Im Gegenteil, wir werden jede Kilowattstunde, die bei uns durchfließt, mit einer Durchleitungsgebühr mitfinanzieren, obwohl wir sie nicht nutzen können. Die Energiewende hat das Stadtoberhaupt sicher noch nicht verinnerlicht. „Tausende Windräder im Landkreis“ – Geht’s noch populistischer? Anscheinend greift die Angst vor Windkraft genauso um sich, wie im Mittelalter die Angst vor Hexen. Statt Arbeitsplätze und Energie vor Ort zu generieren und die Bürger z.B. mit Bürgergenossenschaften am Gewinn zu beteiligen, werden Horrorszenarien geschaffen. Was passiert beim Süd-Ost-Link? Eingespeist wird Kohlestrom aus der Lausitz und Polen, Atomstrom aus Polen, Ukraine und Tschechien. Das ist anscheinend die Lösung der Zukunft für die „alte“ Politik? Was ist die Alternative? Wir haben sehr gute Energieexperten. Z.B. hat Professor Dr. Sterner aus Regensburg errechnet, wie eine Energiewende ohne zusätzliche Stromautobahnen gelingen kann. Die beim Ausschalten der letzten zwei Atomkraftwerke in Bayern entstehende Lücke könnte zu 80% mit Photovoltaik- und 20% mit Windstrom aufgefangen werden. Das bedeutet, dass man pro Jahr 2 Windkraftanlagen in jedem Landkreis errichten müsste. Dazu gehören Speicher, entweder elektrisch oder mit erneuerbarem Gas (PtG) und als Übergangslösung die schon vorhandenen Gaskraftwerke in Irsching. Das sind Fakten, die wir vorlegen können und keine Meinungen, die man in letzter Zeit immer wieder von unseren Regional-Politikern hört. Unser Problem ist einzig und allein die rückwärtsgewandte Politik, die Deutschland beim Klimaindex von Platz 9 im Jahr 2009 auf Platz 27 im Jahr 2019 versetzte. Wir müssen uns solidarisieren mit unseren Schülern und sie bei den Freitags-Klima-Demos unterstützen.